Jagdhornbläser Diana im Bregenzerwald
Am 14. August trafen sich die Mitglieder der JB Diana TG am Nachmittag voller Vorfreude auf das, was kommen sollte. Ziel der Vereinsreise war die musikalische Umrahmung der feierlichen Messe zu Maria Himmelfahrt in Lingenau im Bregenzer Wald.
Nach kurzer Fahrt traf die Gruppe gegen Abend im kleinen Ort Lingenau ein. Unser Mitglied Hampi ist väterlicherseits in der Region verwurzelt. Nach dem Einchecken wurde zum Abendessen in eine Gaststube im Nachbarsdorf verschoben. Das Gasthaus Adler in Krumbach erwies sich als eine ausgezeichnete Adresse. Der riesige Kastanienbaum deckte die Gartenwirtschaft hervorragend ab, so dass alle am Schatten Platz nehmen konnten. Weil unser Hampi im Marschbefehl den Vermerk «Instrument ist immer auf Mann» fett geschrieben hatte, kamen wir nicht drum herum, die anwesenden Gäste und das sehr freundliche Personal mit ein paar musikalischen Kostproben zu unterhalten. Der Applaus belohnte für die zahlreichen Proben.
Ein wahres Gourmet Menü mit regionalen Köstlichkeiten vom Dexter Rind liessen den Abend im Nu dahin schmelzen.
Samstag 08.30 Uhr, Messe zu Maria Himmelfahrt:
Am Samstag wurde die Messe zu Maria Himmelfahrt gefeiert. Bereits um 07:30 Uhr waren wir in der Kirche, um uns einzurichten und ein paar Töne zu blasen. Schnell merkten wir, dass die Resonanz der Kirche nicht zu unterschätzen war. So mussten wir unser eingespieltes Spiel etwas anpassen. Wir spielten die traditionelle Messe von Hermann Neuhaus für Jagdhörner in B in 5 Teilen.
Ein wahrlich erhabener Moment – wir standen vor dem Chor auf einem Podest aus Granit – im Rücken die Bevölkerung in der voll besetzten Kirche. Der Vortrag gelang gut und wurde von den Anwesenden mit grosser Begeisterung aufgenommen.
Beim anschliessenden Apero mit Weisswurst und Bier wurde auf die musikalische Leistung angestossen. Lob durften wir von obersten Vertretern der Landesregierung Vorarlberg entgegen nehmen, was und natürlich besonders ehrte und mit Stolz erfüllte.
Auf dem Aussichtspunkt «Baumgarten», einem Ausflugsziel auf 1640 M.ü.M oberhalb von Bezau, liessen wir es uns gut gehen. Der Hunger beim Mittagessen war zwar nicht mehr so gross, auch wenn das Essen bereits vorbestellt war. Nach einem kleine Konzert wurde der Nachmittag individuell genossen.
Einige liessen es sich nicht nehmen, zu Fuss bis zur Mittelstation abzusteigen. Was sie nicht bedachten war, dass die Luftseilbahn auch irgendwann gegen Abend den Betrieb einstellt. So geschah es, dass die letzte Bahn an den Tal abwärts eilenden Dianisten an der Zustiegsstelle vorbei rauschte, was mit grossem Erstaunen seitens der Berggänger beantwortet wurde. Aber ein seriöser Dienstleister lässt seine Kundschaft nicht im Regen stehen. Deshalb wurde rasch eine Sonderfahrt organisiert und die fehlenden Berggänger wurden eingesammelt.
Nach einem Gewitter am frühen Abend durften wir das Abendessen in einem sehr rustikalen und weit über die Region hinaus bekannten Lokal einnehmen. Weil der Magen bereits einen überdurchschnittlichen Füllstand verzeichnete, blieb es vielfach beim Salat mit Poulet Brust oder bei einem feinen Coupe.
Sonntag:
Am Sonntag stand ein weiterer Leckerbissen auf dem Programm. Das Wälderbähnle ist eine historische Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 760 mm in Vorarlberg. Heute betreibt ein Verein ein rund fünf Kilometer langes Teilstück der früheren Bregenzerwaldbahn als Museumsbahn zwischen den Bahnhöfen Bezau und Schwarzenberg.
Auf dem Bahnhof angekommen wurde uns ein Wagen zugewiesen und fast alle waren zum Einsteigen bereits. Nur einer fehlte. Unser Wolfgang war nirgends aufzufinden. Nach langen Suchen wurde er schliesslich im Führerstand aufgespürt, bewaffnet mit Kohleschaufel und Hosenträgern.
So bestiegen wir die nostalgischen Wagen und ratterten von Bezau nach Schwarzenberg und wieder zurück. Ein Idyll wie vor Jahrzehnten. Selbst die Tickets waren noch aus der guten alten Zeit, aus Karton eben… und der Dampf war von unserem Wolfgang mit Fleiss und Schweiss gemacht.
Zum Abschluss der Reise führte uns Hampi in das bekannte Jagdgasthaus Egender, ganz hinten im Schönenbach Tal. Das Haus Egender ist bekannt für ihre deftigen Kässpätzle, welche zum Abschluss unserer Reise natürlich nicht fehlen durften.
So ging eine herzhafte, kulinarisch und musikalisch hochstehende Vereinsreise zu Ende. Wir durften mit Freude feststellen, dass sich der intensive Probenaufwand gelohnt hat und die Kollegialität über das ganze Wochenende einen hohen Stellenwert hatte. Viele schöne Stunden haben wir erlebt.
Vielen Dank Hampi für deine sorgfältige Vorbereitung und die ausgezeichnete Reiseleitung. Wir kommen gerne wieder.
Diana TG | Werner Gremlich